Himmelfahrtskirche

Eingeweiht 1960

Entworfen und ausgeführt durch den Architekten Wilhelm Schlegtendal
Innenmosaik und Fenster durch den Künstler Johann Helmut Schmidt-Rednitz geschaffen

Adresse

Gundelsheimer Straße 20a
96117 Memmelsdorf-Lichteneiche

Konfirmation 2018 in der Himmelfahrtskirche - nach dem Gottesdienst

Das Innere unserer Kirche bei einem Gottesdienst

> Eine historische Bildergalerie vom Bau und Einweihung der Kirche finden Sie HIER

Ein Blick in die Geschichte der Himmelfahrtskirche

von Dagmar Frey

Um etwas über die heutige Himmelfahrtskirche zu schreiben, 
muß man bis 1945 zurückgehen. Durch die Vertreibung
waren viele evangelische Christen vor allem aus den
deutschen Ostgebieten in den Raum um Memmelsdorf
und Scheßlitz gekommen.

So wurde 1946 eine Tochtergemeinde der Erlöserkirche
in Scheßlitz gegründet und Pfarrer Frank, selbst Vertriebener,
mit der Betreuung der Flüchtlinge beauftragt. Alle vier Wochen
fanden nun in der katholischen Kirche in Memmelsdorf
evangelische Gottesdienste statt. Dies war nur eine
der zahlreichen Gottesdienst- und Unterrichtsstationen, die sich
im Lauf der Zeit in dem ausgedehnten Diasporagebiet etablierten.

Reges kirchliches Leben
Man brauchte viele Hilfskräfte, denn das kirchliche Leben
war rege. Der Zustrom zu den Bibelstunden war ebenso
stark, wie die Beteiligung der Jugendlichen an ihren
Veranstaltungen. Als ständige Einrichtung blieb jährlich
ein Treffen in Scheßlitz und ein Gemeindeausflug zur
Giechburg mit Waldgottesdienst im Peulendorfer Wald. 

Mit Beginn des "Wirtschaftswunders" begann erneut ein
Abwandern der Flüchtlinge, die Siedlung Lichteneiche
entstand. Am Trinitatisfest 1954 fand der
1. Gottesdienst im Wald unterhalb des Seehofweihers
statt. Sonst gab es nur eine Baukantine, in der die
evangelische Gemeinde Gottesdienst feiern konnte.

Kirchenbaugemeinschaft 1956 gegründet
Aus dem gelegentlichen Zusammenkommen wurde
ein regelmäßiges Gottesdiensthalten, zumal auch an
ganz gewöhnlichen Sonntagen bis zu 70 Gemeindeglieder
zusammenkamen. Die Sehnsucht, ein würdiges
Gotteshaus zu haben, wuchs und so wurde
Ende 1956 eine Kirchenbaugemeinschaft
gegründet. 90 % der evangelischen Gemeindeglieder
erklärten sich zur finanziellen Mithilfe bereit. Im gleichen
Jahr konnte die Gemeinde von der Baubude
in das neuerstandene Schützenheim umziehen.
Dort wurde nun alle 14 Tage Gottesdienst gehalten. 

Am 12. Dezember 1959 war die Grundsteinlegung
zur Himmelfahrtskirche. "Das Wort Gottes erhält
eine neue Heimstätte", schrieb die Presse. Viele
Hindernisse waren zu überwinden, die Verlegung der
Gundelsheimer Straße, die Schwierigkeit der
statischen Berechnung verschob den Baubeginn ständig,
und nicht zuletzt die Finanzierung der Baukosten
in Höhe von 228 000 DM. Der Landeskirchenrat in
München hatte für den Entwurf den Fränkischen
Kulturpreisträger Architekt Schlegtendal aus Nürnberg
ausersehen.

Freitragende Holzkonstruktion
Als am 29. April 1960 Richtfest gefeiert werden konnte, 
schrieb die Presse: "Zu den interessantesten Bauwerken
im Landkreis gehört gegenwärtig die neue evangelische
Kirche in der Siedlung Lichteneiche." Harmonisch fügt sich
der Bau in die Landschaft und wird für 250 Gläubige Platz
bieten. Nicht umsonst spricht man von einem Kirchenschiff,
hier ist es Realität geworden. Wie eine Muschel wölbt sich
das Dach über dem Gotteshaus. Es handelt sich um eine
freitragende Holzkonstruktion, die von innen sichtbar bleibt
und später mit Leestener Schiefer gedeckt wird.
Die runden Fenster erinnern an Bullaugen eines Schiffes.

Am 16. Oktober 1960 fand die Weihe der
Himmelfahrtskirche statt. Bevor sich der Festzug in
das neuerbaute Gotteshaus begab, versammelte sich die
Gemeinde an der behelfsmäßigen Stätte im Schützenhaus.
"Dies ist der Tag, den der Herr macht,..." wurde von
Pfarrer Frank über diese Stunde gestellt.
Es wurde nocheinmal an den Werdegang der Gemeinde 
von den Anfängen in beengten Räumen bis zur
gegenwärtigen Stunde, dem Einzug in das neue Gotteshaus
erinnert. Es sei Gabe und Aufgabe zugleich, hob
Pfarrer Frank hervor. Eine nicht gefüllte Kirche
könne der Gemeinde nicht zum Segen, sondern zur Anklage werden. 

Es fehlten nun noch die Glocken und die Orgel, um
die Kirche zu vervollständigen. Die vier Glocken, nach den
vier Evangelisten benannt, wurden am 18. November 1961
angeliefert und am 1. Adventssonntag geweiht. Die vom
Göttinger Orgelbauer Paul Ott geschaffene Orgel wurde mit einem feierlichen Gottesdienst am 24. März 1963 geweiht.

Erst am 1. Juli 1965 wird die Tochtergemeinde Scheßlitz zur
selbständigen Gemeinde Memmelsdorf-Lichteneiche.

Kunstmaler Schmidt-Rednitz schuf Altarmosaik und Fenster
Durch die Spende eines Besuchers aus Kanada angeregt
konnten 10 Jahre nach der Erbauung der Kirche
die einstmals aus Sparsamkeitsgründen so einfach wie
möglich gehaltenen Fenster durch Farbglasfenster
ersetzt werden. Der Fürther Kunstmaler Schmidt-Rednitz,
der bereits 1968 das Altarmosaik in viermonatiger
Arbeit auf 25 qm Fläche geschaffen hatte, erhielt den Auftrag, die neuen Fenster zu entwerfen und zu gestalten. 

(Auszug aus dem Gemeindebrief Juni - September 1998) 


Rückblick

Aus dem Gemeindebrief Juli bis Oktober 2015:

Besuch beim Künstler

Wolfgang Weinke besuchte im Jahr 2007 den Künstler Johann Helmut Schmidt-Rednitz in Fürth. Dabei entstand dieses Foto mit dem Mosaik-Hintergrund unserer Kirche.